Mitten unterm Zwergenvolk
... Das Weite Theater jetzt im Lichtenberger Domizil, holte das altgediente Märchen vom
"Schneewittchen" hervor, sehr zur Freude der Zwerge im Parkett und auf der Bühne.
Martin Karl lieferte mit den unterschiedlichen Stimmen der Zwerge ein Meisterstück ab.
Irene Winter nahm sich der weiblichen Rollen an und steuerte zielsicher auf das überraschende
Ende hin.
Unbekümmertheit, Erstaunen und Entsetzen strahlten berührend ins Publikum aus.
Man bangt ums Happy End mit. Als Meister der Verwandlung präsentiert sich Torsten Gesser.
Atemlos lauschen die Kinder, als er als Jäger seinem Herzen folgt und ein junges Herz schont.
Die Crew des Theaters blieb ihrem Stil treu, altbekannte Märchen neu mit Pfiff zu erzählen ...
Die Hellersdorfer Januar 2004
Alles ist geheimnisvoll. Die schwere, verschlossene Tür. Eine Bahnhofsuhr. Geräusche: ein Zug;
er steckt im Schneesturm fest. Ein Mensch mit roter Zipfelmütze, knickebeinig (ein Zwerg?) zwängt
sich mit unzähligen Koffern aus der Tür. Und die Bühne wird zum Kunstraum mit unglaublich
überraschenden optimistischen Lösungen [...].
Verblüffend, wie sich im "Weiten Theater" Berlin das Puppenspiel mit dem Spiel der drei Darsteller
verquickt. Wie das Märchen "Schneewittchen" verfremdet wird durch den Wechsel der Spielebenen.
[...] Und auch die Figuren zeigen sich ungewohnt. Schneewittchen (eine schwarzhaarige Puppe) wird als
freche, kleine Göre präsentiert. Die Zwerge (alle geführt von Martin Karl) sind urkomisch
in ihrer unterschiedlichen Sprechweise, ihren Schrullen. So werden bei aller zauberhaften Märchenpoesie
auch anrührende zwischenmenschliche Geschichten erzählt.
Regisseurin Therese Thomaschke hat überaus fantasievoll, sensibel und mit einfachsten Mitteln erzählt.
Und alle drei Darsteller und zugleich Puppenspieler zeigen auf hochprofessionelle Weise, was Theater für
Kinder zu leisten vermag [...].
Ingeborg Pietzsch, ND vom 01.12.2003
Nach sieben mal sieben Jahren Jahren treffen Schneewittchen, der Jäger und die sieben Zwerge auf einem Bahnhof zusammen. Ein plötzlicher Schneesturm verhindert, dass Züge fahren. Jeder hat in der Vergangenheit anders gelebt, als der Ausgang des Grimmschen Märchens es vermuten läßt. Sie spielen das Geschehene nach und kommen zu neuen Erkenntnissen […].
gk, Berliner Abendblattvom 05.11.2003