Turbulente Inszenierung bei Puppentheater-Tagen
[...] Munter mixt das "Weite Theater" in seinem Plot esote-
rischen Unsinn mit Motiven
aus Religion, Philosophie, Physik und tiefschwarzen Humor. Klar, dass da für
groteske Ent- und Verwicklung gesorgt ist. Dabei hat das Stück durchaus auch einen
ernsten Kern: Immer wieder rückt der Versuch von Menschen in den Blickpunkt, ihre
Mitmenschen zu betrügen und übervorteilen.
Die Puppenspieler Torsten Gesser, Martin Karl und Irene Winter glänzen mit virtuosem,
geistesgegenwärtigem Spiel. Und der markante Charakterkopf der Sum(m)erer-Figur mit
seinem Ausdruck voll Weisheit und tiefstem Jammers wird den Detmolder Zuschauern wohl noch
eine Weile im Gedächtnis bleiben.
5000 Jahre.
Mindestens.
Lippisches Kultur- Journal, Detmold, 8./9.2.2008
Das Weite Theater aus Berlin präsentiert bei seinem Gastauftritt [...] Figurentheater,
bei dem echte Schauspieler und Puppen perfekt harmonieren. Der temporeiche Plot verbindet
klassische Motive mit Phänomenen unserer Zeit.
Die Schauspieler Torsten Gesser, Martin Karl und Irene Winter verleihen den Puppen Individualität,
indem sie verschiedene Dialekte einbauen und zwischen realistischer Gestik und über-
zeichneten
Bewegungen variieren. Regisseur Hans-Jochen Menzel verbindet absurden Witz mit nachdenklichen
Tönen zu einer turbulenten Farce rund um die Frage, wie die Menschheit es so "weit" hat
bringen können.
Christian Fuchs, Bonner General-Anzeiger, Montag, 29. Oktober 2007