Rotkäppchen

Roland Andrich 2003 MAZ, Aprilausgabe

Eine Produktion des WEITEN THEATER´s für Puppen und Menschen
Ebenso schön wie einfach, genau so, wie wir das Märchen der Brüder Grimm kennen, wird es uns in dieser Inszenierung erzählt – und doch ist es ganz anders...

(Achtung – das Wort "einfach" ist hier unbedingt als Lob zu verstehen!!!) In der Regie von Hans W. Scheibner ist Irene Winter Puppenspielerin und Märchenerzählerin – und es ist wundervoll, ihr dabei zuzuschauen: Ein kleiner Teppich, ein paar Tannenzapfen und einige Federn verwandeln sich durch die Kunst der Erzählerin vor unseren Augen in einen "dunklen, finsteren, witschigen, watschigen – aber wunderschönen Wald".

Und die Freude, mit der Irene Winter dies geschehen lässt, überträgt sich auf die Kinder: Die lassen sich von Anfang an bis über ihre Rotkäppchen-roten Wangen und ihre blitzenden Augen in die Geschichte hineinziehen.

Rotkäppchen, die Großmutter und der Wolf (ebenfalls Hans W. Scheibner) sind Figuren, die es Spaß macht anzuschauen. Der Jäger aber – ist ein überraschender Einfall, der hier nicht verraten werden soll. Schließlich kommt alles – wie es sich für ein richtiges Märchen gehört – zum guten Ende. Mit wenigen aber zauberhaften Mitteln wird hier auf so phantasievolle und darum spannende Art und Weise eine bekannte Geschichte erzählt, dass es eine Lust ist.
Danke.