Warum alle Kühe bunt sind oder
Olga bleibt Olga

Ingeborg Pietzsch, ND 02.08.2005

Zauleck-Buch im "Weiten Theater" Bunte Kühe

Franz Zaulecks Kinderbücher gehören zu den schönsten, fantasievollsten und tiefsinnigsten ihrer Gattung. Vom Autor auch selbst bebildert, erzählen sie zumeist wie das auch als Stück erfolgreiche Buch "Lucie und Karl-Heinz" von Ich-Findung und Selbstbehauptung.

So auch "Olga bleibt Olga", das jetzt als Ein-Personen-Stück vom "Weiten Theater" in Berlin in der herrlich naiven Inszenierung von Helmut Geffke uraufgeführt wurde. Ein Matrose, der sich mit Albträumen quält, erzählt sich (und uns) die skurril-abenteuerliche Geschichte von der kleinen schwarzen Kuh Olga, die weiß sein möchte, weil alle anderen weiß sind.

Stück, Inszenierung und Spiel (des fabelhaft variablen Martin Karl) zielen auf Erfahrungswerte, Rollentausch – bis zum Schluss alle Kühe bunt sind, verrückt, fantasievoll und schön. Und Olga bleibt, auch wenn sie nun farbig ist, eben Olga.

Martin Karl wechselt die Dialekte wie die Haltungen, variiert mit der Stimme, ist urkomisch, kann hinreißend seine Spielobjekte manipulieren und im ständigen Wechsel die Dialektik von Mensch und Puppe lebendig halten.