Medea

Koproduktion Das Weite Theater Berlin mit dem Theater des Lachens Frankfurt/Oder, für Jugendliche und Erwachsene

Märchen? Liebesgeschichte? Thriller?
Wo fängt man an, wenn man die Geschichte einer Frau erzählen will, die ihre beiden Söhne aus Eifersucht umgebracht haben soll?

Das alles ist mehr als 2000 Jahre her und die Überlieferung hat sie immer wieder verändert. Es gibt sie nicht mehr – die Medea – sondern nur noch unsere eigene Erfahrung und die Fragen, die wir an uns stellen, wenn wir uns diesem Mythos nähern.

Aus dem Nebel der Vergangenheit tritt dann Medea hervor und bekommt eine Stimme. Sie singt eine Melodie, lacht, tanzt – sie hat Sehnsucht. Vielleicht hat Medea ihre Kinder ja gar nicht umgebracht und alles hat schon ganz anders angefangen, damals in Kolchis, als die Argonauten kamen, um das Goldene Vlies zu holen und Medea zum ersten Mal den Königssohn Jason erblickte. Aber wenn sie nicht das Monster ist, das in den Geschichten überliefert wird, wer hat dann ein Interesse daran, dass wir nicht die Wahrheit über das Geschehene erfahren?

Ähnlich wie im Roman von Christa Wolf wird das Material "gesichtet", wie in einem Kriminalfall von verschiedenen "Zeugen" beschrieben. Es entsteht ein Gesellschaftsbild, eine Hinterfragung von Werten und Bewertungen.

Wer sind denn eigentlich die Barbaren,
wer die Sünder, wer die Schuldigen?
Welche Rolle spielen wir, sind wir die Richter?
Ein Spiel mit Puppen und Menschen.

Regie: Peter Koppatsch
Spiel:  Irene Winter, Björn Langhans (a. G.)