Das hässliche junge Entlein

Ach ja die Sehnsucht...
Ein lila Geschöpf reist durch die Welt. Am Anfang war das Ei, das die Schnatter Mutter dem Herrn Schriftsteller arglos zum Ausbrüten überlasst. Der will es nach erfolglosen Versuchen endlich schlachten – weckt damit nur ein lilafarbenes Etwas. Wer bist du, wo kommst du her, wie schaust du aus - hilflose Fragen von anderen.

Nach Motiven von Andersen zeigt das Weite Theater „Das hässliche junge Entlein“. Lilo, so wird es genannt, hat vielerlei Abenteuer zu bestehen. Sei es beim Ratespiel mit dem Fuchs, bei den Begegnungen mit einem garstigen Kater, mit einem überheblichen Huhn.

Zum Glück steht der Schriftsteller als Helfer bereit. Das Bühnenbild ist ein Sammelsurium von Überraschungen. Im Rumpelkammerflair ( Ausstattung: Monika Ringat) faszinieren ein zart - vielseitiger Baum, wandelbare Möbelstücke, eine Lupenlampe und anderes mehr.

Schwerstarbeit muss Torsten Gesser leisten. Als Schriftsteller-Darsteller und Spieler der verschiedensten Puppen gackert, knurrt, schreit, kriecht, flüstert und singt er.

Mit Liebe zu phantasievollen Detail spart das rund 55minütige Stück (Regie: Hans W. Scheibner) keineswegs...
Am Ende nun klopft der Winter an; eine weiße Feder bleibt zum Abschied. Und die Sehnsucht.
fmb, Hellersdorfer Zeitung 1998