Drei Handgriffe für Aschenputtel
Wollen Puppenspielkünstler das alte Märchen der Gebrüder Grimm vom Aschenputtel
für Menschen ab vier Jahren neu zeigen, bietet sich neben ungewöhnlicher Auswahl der
Spiel-
objekte die Möglichkeit, diese oder jene Aussage der Geschichte zu verstärken.
Im Weiten Theater an der Lichtenberger Parkaue ist es die Liebe, die bevorzugte Zuwendung
erfährt. Typisch für diese Bühne.
Papier kommt eine besondere Rolle im Spiel von Christine Müller und Martin Karl zu.
Puppen im herkömmlichen Sinne gibt es bei dieser Aufführung nicht. Genau das ist das
Besondere. Neben der schelmischen Spielweise von Christine Müller und Martin Karl erleben
Kinder und Erwachsene, wie schnell eine Märchenfigur aus Papier entstehen kann. Aus von den
Puppenspielern mit rotem oder grünem Stift bemalten Papierbahnen entstehen Ballkleid oder
Collier, Perücke, Krone oder eine Haarpracht. Auch das Make-
up wird mit diesen Stiften und
etwas Puder wild aufgetragen.
Kinder wie Erwachsene können sich die Kunst abgucken und mit nach Hause nehmen. Die Fantasie
wird gefüttert. Denn wäh-
rend diesem Stück geschieht genau das, was man erleben will,
wenn man ins Theater geht. Man wird zum Staunen gebracht.
Mit drei geschickten Handgriffen entsteht Aschenputtel aus einem Nachrichtenblatt ...
ND 8.12.2009, Lucía Tirado